Kein Genuß ist vorübergehend; denn der Eindruck, den er zurückläßt, ist bleibend. Goethe.
Kein Genuß ist vorübergehend; denn der Eindruck, den er zurückläßt, ist bleibend. Goethe.
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Wir entdecken Leipzig.

Reisetipps

Bei uns flatterte kürzlich die Einladung ins Haus, nach Leipzig zu kommen und die Stadt via Vespa zu entdecken. Das ließ ich (Caro) mir nicht zweimal sagen und los ging´s.

Verabredet hatte ich mich mit Andrej, einem echten Local, zum süßen Frühstück bei Magic Waffels. Von dort aus sollte der gemeinsame Tagesausflug beginnen. Wie es der Name schon verrät, gab es ein Waffelfrühstück. Meine Wahl fiel auf eine wunderbare Teigkreation mit Erdnussbutter, Erdbeermarmelade, frischen Erdbeeren und Bananen, Krokant und Schokistückchen. Das hört sich genau so an, wie es geschmeckt hat - super lecker und mega süß. Aber man gönnt sich ja sonst nix. Während wir also zwei Plätze im Schaufenster hatten und während des Essens die Leute beobachteten, die die Karl-Liebknecht-Straße entlang eilten, verriet Andrej nix über die geplanten Stationen des Ausflugs. Aber gut. Mir sollte es recht sein. Allein für die Waffel hatte sich die Fahrt nach Leipzig schon gelohnt.

Nach der Waffel gings dann ab aufs Moped. Die ersten Minuten fand ich es noch etwas gewöhnungsbedürftig so ungeschützt auf diesem Gefährt zu sitzen, aber nachdem ich mich damit abgefunden hatte, dass mir nicht anderes übrig bleibt, als mich wie ein Äffchen am Fahrer fest zu halten, ging es eigentlich ganz gut. Cleverer Schachzug übrigens auch für ein Date, wenn ich so darüber nachdenke.

Wie lange wir gefahren sind, kann ich gar nicht mehr sagen. Mein Zeitgefühl was außer Gefecht gesetzt und ich war mit festhalten und Gegend bestaunen beschäftigt und versuchte zusätzlich noch, nicht ständig mit meinem Helm an den meines Vordermanns zu stoßen. Klappte leider nicht immer und führt dazu, dass sich Andrej jedesmal köstlich amüsierte.

Unsere erste Station war der Cospudener See. Zugegeben, ein Geheimtipp ist das jetzt nicht mehr. Aber schön war es trotzdem. Mit einer kleinen Erfrischung schlenderten wir mit den anderen Ausflüglern in Richtung Ufer und setzten uns. Mit der Nase in der Sonne und geschlossenen Augen hörten sich die kleinen am Ufer brechenden Wellen fast ein bisschen nach Meer an. Sehr schön!

Bevor es zu schön wurde, scheuchte Andrej uns wieder rauf aufs Moped. Nach unserem Waffelfrühstück gelüstete uns beide nach einem Kaffee. Ab ging es in Richtung Innenstadt, am RB-Stadion vorbei - während der Fahrt rief Andrej mir immer zu, was links und rechts unseres Weges los ist - und klonk (das Helm-an-Helm-Geräusch).

“Absteigen.”
“Hier? An der Hauptstraße?”
“Jepp. Kaffeepäuschen. In der Dankbar.”

Selbst für Nein-Ich-trinke-keinen-Kaffee-Menschen lohnt sich ein Ausflug hierher: Die Dankbar ist ein Café in einer ehemaligen Fleischerei aus dem Jahre Schnee (meint: alt). Ein alter Holztresen prägt das Bild im Inneren des Ladens. Wunderschöne Kacheln zieren das gesamte Café und Deckenbilder runden das ganze Bild ab. Eine schöne Kombination aus stilvoll erhaltenem Ambiente und einem modernen Konzept der Betreiber. So schön, wie es im Laden auch ist, wir haben uns einen Platz draußen geschnappt und dort unseren Kaffee genossen, während wir das Treiben auf der Straße beobachteten. Und der Kaffee schmeckt hier übrigens wirklich vorzüglich!

Ganz nebenbei kommen und gehen hier die Kunden - man kennt sich - und ich fange hier und da auch ein paar Informationen über das kulinarische Konzept auf, die mich neugierig auf mehr machen. Für den Moment reicht die Zeit leider nur für einen ausgesprochen guten Kaffee. Aber ich bin mir sicher, dass ich wieder herkomme!

Zack. Und wieder aufs Moped. Langsam habe ich den Dreh raus, dass ich halbwegs entspannt sitze und nicht ständig Angst habe, beim nächsten Anfahren herunter zu purzeln. Und jetzt richtig rein ins Getümmel. Samstagsnachmittagsverkehr in Leipzig scheint mit dem Auto übrigens keinen Spaß zu machen. Alle Parkhäuser im Zentrum sind voll. Überall stehen Autos und alle kucken gestresst und sind am meckern. Wir nicht. Entspannt umfahren wir die Schlangen vor den Parkhäusern und parken die Vespa in Sichtweite zum alten Rathaus.

“Shopping!?”
“Nur kucken. Nix kaufen.”
“Mmhh.”

Na gut. Also schlendern wir los und entdecken das alte Leipzig im Zentrum: Mädlerpassage, altes Rathaus, Barfußgässchen und anschließend ein Abstecher ins Museum mit einem damit verbundenen klitzekleinen Ausflug in die Stadtgeschichte Leipzig während der DDR. So vergeht die Zeit wie im Flug. Als wir uns wieder aus dem Museum wühlen - es gab noch eine kleine Ausstellung zu den Digedags - dämmert es schon langsam.

“Eine Station hab’ ich noch”, zuckt Andrej schon fast entschuldigend die Schultern und lacht. “Ein Abschluss-Wein im Renkli.

Na gut. Gesagt, getan. Btw: Jetzt war ich auch schon so ein routinierter Sozius, dass ich die Vespa mit dem Kickstarter antreten durfte.

Renkli - DER Weinbar Leipzigs - hatte ich schon viel gehört und entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Wer ein ungezwungenes, sympathisches Ambiente mag, der ist hier genau richtig. Auf beiden Seiten der Bar sitzen und stehen hier coole Leute mit denen ich unkompliziert ins Gespräch gekommen bin. Die Weinauswahl war nach einer tollen Beratung schnell getroffen. Andrej hatte in der Zwischenzeit einen Tisch ergattert und dort haben wir dann den Tag bei zwei schönen Weinen und einem kleinen Snack ausklingen und Revue passieren lassen.

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