Ein Ausflug nach Frankreich.

März 27, 2019

Ein Ausflug nach Frankreich.

“Wiiir ‘aben ‘eute einöö kleinöö Verrabredunk in einöö fränzösische Restaurant.” Klick. Aufgelegt. Erneuter Anruf. “Wieso hast du denn gerade aufgelegt?!”
“Die Verbindung war schlecht. Du klangst ganz komisch.”
“Das war französischer Akzent.”

Und warum das Ganze? Weil Philipp einen Tisch im Restaurant “Petit Frank” in Dresden für uns ergattert hat. An einem der letzten Abende, an dem wir das Kochsternstunden-Menü 2019 noch genießen konnten. Also hat er zugeschlagen. Die Umsetzung seines Zeitplans – ich musste innerhalb kurzer Zeit mit dem Auto aus dem schönen Österreich anreisen – überließ er freundlicherweise mir.

Ich kam also völlig entspannt und mit nur 15 min Verspätung an. (Das volle Programm: Stau + Unwetter = starke Zeitverzögerung = Schminken im Auto + umziehen auf dem Parkplatz – in Zukunft fahre ich übrigens mit einem kochsterstundentauglichenOutfit im Koffer in den Winterurlaub).

Mit Betreten des Restaurants – man muss eine Etage unter die Erde und findet sich in einem gewölbeähnlichen, einladenden Ambiente wieder – lief ich auch schon direkt in Frank Ollhoffs Arme. Der Restaurantinhaber begrüßte mich herzlich und geleitete mich zu unserem Tisch, an welchem Philipp gerade das Menü studierte.

In seiner kurzen Einführung erklärte uns Frank Ollhoff das Menü und die diesjährigen Kooperationspartner. So wurde dieses Jahr zum Beispiel das Menü im Petit Frank auf dem wunderschöne Geschirr der Meissener Porzellanmanufaktur serviert. Außerdem hatte er sich etwas Neues einfallen lassen und eine “Getränkeflat” eingeführt. Jeder, der die Weinbegleitung in Anspruch nimmt, kann sich nach Belieben nachschenken lassen. Und für den Abschluss stellte er uns auch noch eine bombastische Überraschung in Aussicht. Aber der Reihe nach. Vor uns lagen 4 Gänge und ein ganzer Abend:

Wir begannen mit Dreierlei aus dem Meer: Terrine von Garnele, Tatar vom Sashimi-Thunfisch & gebratene Jakobsmuschel. Dazu gab es einen winterlichen Kir mit Cremant de Loire.

Der zweite Gang war ein Klassiker der französischen Küche: Zwiebelcremesüppchen mit konfierter Entenzunge. Zu diesem Gang gab es eine Scheurebe aus dem sächsischen Weingut Schloss Proschwitz. Dieser Wein war die perfekte Überleitung in eine kleine Weinfachsimpelei von Frank. Uns während wir zu dritt über unsere sächsischen Lieblingswinzer philosophierten und unsere Thesen die neuen Jahrgänge betreffend wild in den Raum warfen, klingelte es auch schon aus der Küche. Das Wagyu-Rind war bereit für uns.

Es folgte gebratenes Wagyu-Rind (aus Sachsen!!) mit Petersilienwurzelpüree mit Millefeuille savoyard an Sauce bourguignonne mit einem 2011er Chateau Rippeau St. Emilion grand cru classé.

Last but not least gab es für uns eine ganze Glocke voll französischer Rohmilchkäse mit Baguette und einem Quittenchutney. Wir hätten auch ein süßes Dessert haben können, aber wir waren in Käselaune. Und zu dieser Wahl haben wir uns noch beglückwünscht, als wir das Chutney auf den letzten Käsekrümeln vernaschten.

So. Wir waren fertig. Mit dem Menü. Und ich für den Moment auch mit der Welt. Die lange Anfahrt und das Essen – ich war jetzt bereit für den Heimweg. Dabei hätte ich fast die vorab angepriesene Überraschung vergessen. Aber Frank dachte daran und zauberte zwei kleine Flaschen der Wacholderbombe JuniperJack aus seinem Regal und überreichte uns sie. Er feiert 2019 nämlich 15 jähriges Jubiläum und hat aus diesem Anlass kleine Flaschen des Dresdner Gins abfüllen und mit einem Jubiläumssiegel versehen lassen.

Wir sagen DANKE an Frank und seinen Küchenchef André – das war ein hervorragendes Menü! Es hat sehr viel Spaß gemacht, Franks Ausführungen zum Menü zu lauschen und in die französische Küche einzutauchen. Allen, die Lust auf einen kleinen Abstecher nach Frankreich haben, können wir ein Essen im Petit Frank wärmstens empfehlen!


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